Durch eine Veränderung der Lebensweise und eine Verbesserung von Präventionsmaßnahmen und Früherkennungsuntersuchungen könnten bis zu 40% aller Krebsfälle verhindert werden.
Die Menschen können ihr Krebsrisiko signifikant reduzieren, indem sie Risikofaktoren (wie Rauchen, starken Alkoholkonsum, übermäßige Sonnenexposition und Adipositas) gezielt vermeiden und gesündere Lebensgewohnheiten annehmen. Angesichts einer stetig steigenden Inzidenz von Krebserkrankungen kommt den Regierungen bei der Sensibilisierung der Bevölkerung und bei der Einführung umfassender Früherkennungsmaßnahmen eine zentrale Rolle zu.
„Gut konzipierte und wirksame nationale Programme zur Krebsbekämpfung sind für den Kampf gegen Krebs, aber auch zur Verbesserung des Lebens von Krebspatienten unverzichtbar“, sagt Zsuzsanna Jakab, die neue Regionaldirektorin der WHO für Europa. „Wir appellieren mit Nachdruck an die Regierungen, die vier Grundbausteine der Krebsbekämpfung, nämlich Prävention, Früherkennung, Diagnose und Behandlung, konsequent umzusetzen.“
In der gesamten Europäischen Region sind einkommensschwache und benachteiligte Bevölkerungsgruppen in besonderem Maße den Risikofaktoren und Krankheitserregern ausgesetzt, die zu vermeidbaren Krebserkrankungen führen. Diese Gruppen sind weniger für die Risikofaktoren sensibilisiert und haben oft nur begrenzten Zugang zur Gesundheitsversorgung.
Nach den letzten Statistiken sind Krebserkrankungen weltweit jährlich für ca. 7,6 Mio. Todesfälle verantwortlich. Davon entfallen über 72% auf Länder mit niedrigem bis mittlerem Einkommen. Bis 2030 wird eine weitere Zunahme der Todesfälle infolge von Krebs auf weltweit etwa 17 Mio. prognostiziert.
Es ist davon auszugehen, dass Lungenkrebs auch weiterhin für mehr Todesfälle verantwortlich sein wird als jede andere Krebsart, sofern nicht weltweit die Anstrengungen zur Bekämpfung des Tabakkonsums erheblich verstärkt werden. Bestimmte Krebsarten (z. B. Prostata-, Brust- und Kolonkrebs) sind in den entwickelten Ländern, andere (wie Leber-, Magen- und Gebärmutterhalskrebs) in den Entwicklungsländern stärker verbreitet.
Von den 53 Mitgliedstaaten der Europäischen Region weist Ungarn die höchste Krebs-sterblichkeit auf (458 pro 100 000 EW), gefolgt von der Russischen Föderation und der Ukraine (je 347 pro 100 000 EW). Dies wird auf die hohen Raucherquoten in diesen Ländern zurückgeführt.
In der Europäischen Region ist bei Frauen Brustkrebs für die größte Zahl krebsbedingter Todesfälle verantwortlich (17,2% der Gesamtzahl), bei Männern steht Lungenkrebs an erster Stelle (26,9%). Die Sterblichkeitsrate an Lungenkrebs liegt in Ungarn am höchsten (135 pro 100 000 EW), an zweiter und dritter Stelle folgen Polen (93 pro 100 000 EW) und Kroatien (86 pro 100 000 EW). Rumänien weist die höchste Sterblichkeitsrate an Gebärmutterhalskrebs auf (21 pro 100 000 EW), während die Rate für Brustkrebs in Belgien und Armenien am höchsten ist (je 37 pro 100 000 EW).










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